Wenn ein Vertrag Angaben darüber beinhaltet, wann welches Produkt zu welchem Preis geliefert werden soll, dann müssen die Produzenten die Ware bereitstellen, und die Konsumenten das entsprechende Geld. Was allerdings zur Zeit mit Airbus vor sich geht, ist nicht mehr schön: Da wird die Bundesregierung unter Zuhilfenahme außenpolitischen Drucks dazu genötigt, weitere Preissteigerungen in der Entwicklung mitzutragen. Nicht nur, dass damit die bei der Ausschreibung vorgelegten Preise immer weiter unterminiert werden…. die Flugzeuge werden gebraucht.
Was Airbus als Alternative anbietet ist ebenfalls eine Frechheit… statt des A400M eine Casa C-295 oder ein A330. Wobei die Casa 9,25 statt 31,5 Tonnen Ladekapazität bietet (und die zB auf die Militärfahrzeuge abgemessenen Frachtraumabmessungen auch nicht stimmen können) und die A330 eine A330 ist… ein Großraumjet… damit auf einer mittelöstlichen Schotterpiste zu landen, dürfte die reine Freude sein. In einem Autohaus zB wäre es völlig unvorstellbar einem Kunden nach Vertragsunterzeichnung für den Kauf einer M-Klasse noch schnell die Kosten für das bevorstehende Facelift zu berechnen, dann anzukündigen, er müsse leider noch einige Jahre auf sein Auto warten und ihm alternativ einen Polo oder einen Omnibus als Ersatz anzubieten!
…

den Omnibus aka A330 geben.
Vor nicht allzu langer Zeit war der Blog 61 Liberale (der Blog der Abgeordneten der FDP-Bundestagsfraktion) eine gute Adresse für gute Ideen und interessante Gedanken… nach der Wahl hat der Blog allerdings ziemlich nachgelassen. Hier ein paar Themen von vor der Wahl – und die danach veröffentlichten:
„Wehrpflicht muss ausgesetzt werden“ …eine Forderung, die inzwischen alle Parteien bis auf die CDU so oder so ähnlich im Programm haben – weil eine Wehrpflichtigenarmee schlichtweg ein veraltetes Konzept ist.
„Afghanistan: Abzug bis 2019?“ …ein Beitrag von Frau Leutheusser-Schnarrenberger. Wie unschwer zu erkennen ist, wird das damals von Steinmeier aufgegriffene Thema einer Exitstrategie für Afghanistan diskutiert. Politik, die gemacht werden muss.
„SPD will mehr staatlichen Einflus auf Presse und Medien“ …zu Herrn Steinmeiers medienpolitischen Vorhaben, die uA eine Stärkung der Zeitungsverlage gegenüber google vorgesehen hätten. Bewerteman es, wie man wolle… das war Onlinewahlkampf der FDP gegen die SPD, die ein nicht sehr elaboriertes Thesenpapier vorgelegt hatte.
„74. Jahrestag der Rassengesetze: Verbrecherische Willkür in (pseudo-)rechtlicher Hülle“ Sabine L.-S. über die Rehabilitation von Deserteuren der Reichswehr. Nicht notwendig, aber berechtigt (der Eintrag)
„Modell Gießkanne abwracken“ …Hermann Otto Solms über seine Steuererleichterungsvorschläge. Je nach politischer Meinung richtig oder falsch.
Dann kam der 27. September 2009. Nach der Bundestagswahl hatte die FDP nicht mehr 61, sondern 93 Abgeordnete im Bundestag. Dementsprechend der nächste Post in eigener Sache: „„93 Liberale“ bloggen (weiter)“ In diesem post wird auch angekündigt, dass die jüngeren Abgeordneten in Zukunft über ihre Mauerfall-Erlebnisse berichten werden. So weit kein Problem. Seit der Wahl sind 25 Tage vergangen… die entsprechenden posts sind so ungefähr:
- Anerkennung für die Demonstranten ‘89 in Leipzig
- „Aufbruchsstimmung“ Echte Reformen seien jetzt notwendig… Vergleich zu ‘89
- Sonderzüge aus/in der/die DDR
- „Wendejahr 1989 – überraschend, überfordernd, faszinierend und prägend für mein Leben“
…Allgemeinplätze noch und nöcher. Liebe FDP, ihr habt so viele schöne Sachen beschlossen. Jetzt wäre es kein Schaden, wenn ihr anfangen würdet, sie umzusetzen. Und sollte da der eine oder andere Walkampfspruch zu markig gewesen sein – dann macht es so gut wie möglich. Und nicht das genau entgegengesetzte! Ansonsten im Sinne von richter169… die Sache mit den Steuersenkungen bei gleichbleibenden Leistungen hat euch eh’ niemand geglaubt. Die Versprechen zu Bürgerrechten schon. Macht was draus!
À propos: Wenn man in Bezug auf Gebührenordnungen (mit welchen Hintergrundgedanken auch immer) Wasser predigt, dann kann es doch sicher nicht schaden, bei Verlagen Wein in Betracht zu ziehen. Oder doch?
…so zeronnen tödlich. Dass sich der Staat in puncto Landesbanken oder Bundeswehr sich nicht als Könner beweist, war schon klar. Dass er Autohäuser so leichtfertig in den Ruin treibt, noch nicht:
Laut Arne Joswig vom ZDK-Landesverband Schleswig-Holstein hätten vor allem Großbanken die Kreditlinien gekürzt: „Das Hauptproblem der Betriebe ist die Refinanzierung.“ Zur Verschärfung der Situation trage zudem auch die schleppende Auszahlung der Abwrackprämie durch das zuständige Bundesamt bei.
Viele Händler streckten ihren Kunden die 2500 Euro vor, große Autohäuser gingen teilweise mit über 1 Mio. Euro für mehrere Monate in Vorleistung.
aus der
Ein eindrucksvolles Fussnotengewirr findet man bei Herrn Zulla. Dort: http://www.hanno.de/blog/2009/50-fussnoten/
ich zitiere mal ein bisschen aus unserer aktuellen Aufgabe im Kunst-Unterricht:
Thema / Motiv:
- „Weich – Eingefroren“
- Müsste man sich da nicht eher die Zunge abbeißen?
- Gipsskultur
Technik/Verfahren:
- Subtraktive Bearbeitung der Gipsform zur Erzeugung einer allansichtigen Gipsskulptur
Bildnerische Mittel
- Organische, amporphe, stereometrische Formen
- Konkave/konvexe/plane/unregelmäßige Flächen, Kanten, Spalten, Übergänge
Wirkung / Bedeutung / Aussage:
- Aufgabe ist es, die Gipsform so zu bearbeiten, dass in Ergänzung der widersprüchlichen Elemente ein neues Ganzes entsteht. Formen werden kontrastierend eingesetzt, abstrahierend, verfremdend … Die Widersprüche von „weich“ und „eingefroren, erhärtet“ sollen spannungsvoll formal und inhaltlich zum Ausdruck kommen.
Gewichtung
Die Bewältigung der Technik, die gestalterische Qualität und Stimmigkeit als Ganzes werden gleich gewertet.
*genervt* … *zwar 13er, NOCH nicht auf Drogen*
